Zurück zum Blog

Wenn das Leben auf Pause drückt

Es gibt Entscheidungen im Leben, die erstaunlich viele Fragen auslösen können. Network Marketing gehört für viele Menschen dazu. Am Anfang klingt oft alles recht einfach. Man hört von einem Produkt, einem Unternehmen oder einer Geschäftsmöglichkeit und beginnt sich dafür zu interessieren. Nicht selten entsteht daraus schnell der Wunsch, mehr darüber zu erfahren.

Und genau an diesem Punkt passiert etwas Interessantes. Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto mehr Fragen tauchen auf. Einige davon liegen auf der Hand. Ist das seriös? Kann man damit wirklich Geld verdienen? Wie viel Zeit kostet das Ganze? Passt so etwas überhaupt zu mir?

Andere Fragen entstehen erst während des Nachdenkens. Bin ich eigentlich der Typ Mensch dafür? Möchte ich überhaupt verkaufen? Wie würde mein Umfeld reagieren? Würde ich diese Entscheidung für mich treffen oder weil andere mich davon überzeugt haben?

Je länger man sucht, desto mehr Antworten findet man. Das Problem ist nur, dass diese Antworten selten aus einer neutralen Richtung kommen. Wer den Sponsor fragt, bekommt die Sicht des Sponsors. Wer das Unternehmen fragt, bekommt die Sicht des Unternehmens. Wer erfolgreiche Networker fragt, bekommt die Sicht erfolgreicher Networker. Wer gescheiterte Networker fragt, bekommt die Sicht gescheiterter Networker. Und selbst im Internet trifft man auf Menschen, die längst entschieden haben, ob das Thema gut oder schlecht ist, noch bevor sie die eigentliche Frage beantworten.

Das ist völlig menschlich. Jeder betrachtet die Welt durch seine eigenen Erfahrungen. Jeder hat seine eigene Geschichte. Jeder hat Gründe für seine Meinung. Trotzdem kann genau das dazu führen, dass man irgendwann nicht mehr weiter weiß. Nicht weil zu wenige Informationen vorhanden wären. Sondern weil zu viele vorhanden sind. Man liest. Man hört zu. Man vergleicht. Man denkt nach. Und irgendwann hat man das Gefühl, dass das Leben kurz auf Pause gedrückt hat. Man kommt nicht weiter. Nicht nach vorne, aber auch nicht zurück.

Früher hätte ich vermutlich gesagt, dass man in solchen Situationen einfach eine Entscheidung treffen sollte. Heute sehe ich das etwas anders. Denn manchmal fehlt nicht die Antwort.

Manchmal fehlt die richtige Frage

Vielleicht geht es gar nicht zuerst darum, ob ein bestimmtes Unternehmen gut oder schlecht ist. Vielleicht geht es zunächst darum, sich selbst besser zu verstehen. Welche Erwartungen habe ich? Was möchte ich wirklich erreichen? Wieviel Zeit bin ich bereit zu investieren? Woran würde ich erkennen, dass die Entscheidung richtig war? Und woran würde ich erkennen, dass sie es nicht war?

Je länger ich darüber nachdenke, desto interessanter finde ich einen anderen Gedanken. Wie hilfreich wäre eigentlich ein Ort, an dem niemand etwas verkaufen möchte? Ein Ort, an dem niemand beweisen muss, dass Network Marketing großartig ist. Aber auch keiner beweisen muss, dass es grundsätzlich schlecht ist. Ein Ort, an dem Fragen gestellt werden dürfen, die manchmal unangenehm sind. Und an dem die Antworten nicht zu einer Empfehlung führen. Nicht zu einem Ja, nicht zu einem Nein, sondern lediglich zu mehr Klarheit.

Vielleicht liegt die größte Herausforderung gar nicht darin, die richtigen Antworten zu finden. Vielleicht liegt sie darin, die richtigen Fragen zu stellen. Fragen, die weder ein Sponsor noch ein Unternehmen noch ein Kritiker für uns beantworten kann. Fragen, deren Antworten wir selbst entdecken müssen.

Und manchmal frage ich mich, ob es nicht hilfreich wäre, dafür einen Ort zu haben. Einen Ort, der keine Empfehlung ausspricht. Keinen Daumen nach oben. Keinen Daumen nach unten. Sondern lediglich dabei hilft, die eigenen Gedanken zu sortieren, damit am Ende nicht jemand anderes entscheidet. Sondern der Mensch selbst.